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Wer nichts wird, wird Wirt

wer auch dafür zu faul ist, hat immernoch Chancen als Journalist. (Volksweißheit)

Das führende Blog für Weisheiten und Ratschläge zu allen Lebenslagen gibt bekannt: bis zu 80% der Artikel von Nachrichtenseiten sind gefälscht, gekauft oder einfach nur mies recherchiert gegoogelt. (Von mir aus auch geyahoot, gebingt, gealtavistat, den Praktikanten gefragt) Diese Aussage beruht auf einer Statistik die ich mir im stillen Kämmerlein nach Anleitung von Winston Churchill gebastelt habe. Auf Grund dieser Beweise kann ich nun hier Hemmungslos und ohne Scheu über die miese Konkurrenz mit den ganzen Journalisten und Redakteuren hauptamtlich Angestellten herziehen und herziehen lassen.

Denn wieso sollte man als Nachrichten-Dienstleister Inhaltegenerator -abtipper sonst die ganzen vielen Artikelformulare füllen deren Anreicherung mit Worten der fiese Chef vom armen Angestellten verlangt. Doch der Journalist von heute geht ja mit der Zeit und da er als Künstler natürlich auch eine gewisse Freiheit genießt setzt er seine – zum Berufsstand gehörende – Kreativität auch gerne bei der Interpretation journalistischer Grundsätze ein. So nimmt er sich diese Freiheit und verkauft Meldungen die bestenfalls in die Werbebroschüre eines Lobbyverbandes gehören als journalistische Leistung. So wissen wir also das die niedergelassenen Apotheker in NRW der Meinung sind das aus dem Internet vor allem billige Konkurrenz gefälschte Produkte kommen. Immerhin! Saubere Arbeit der tagesschau uns da aufzuklären.

Aber dieser Blog hätte nicht den Anspruch auf alle Fragen die passende Antwort zu haben wenn ich nicht schon die nächsten großen Sensationsmeldungen in Petto hätte:

  • Aldi berichtet das das Gemüse bei Lidl oft schon alt und gamlig ist
  • Cinnestar hat herausgefunden das die Sitze bei Cinemaxx Rückenschäden verursachen
  • laut einer BMW Studie sind tiefergelegte 3er viel lässiger als schnöde A4

Vor diesem Hintergrund ist es auch zu verstehen das immer mehr Verlage einsparen und Journalisten auf die Straße setzen, denn dank der neuen Techniken des Computerzeitalters geht das Artikelschrieben heute viel schneller von der Hand. Eine kurze Weiterbildung und schon kennt jeder den journalistischen Leitspruch von heute:

We have no time to waste – just copy & paste.

is like handing out speeding tickets in the indy 500.  (frei nach Apocalypse Now!)

(Einen Mann an so einem Ort wegen Korruption zu belangen, ist wie eine gebührenpflichtige Verwarnung wegen überhöhter Geschwindigkeit beim Autorennen.)

Das sollte sich mal der gemeine Opportunist Oppositionist gut merken. Denn wer will CSU und FDP schon eine gekaufte Abstimmung vorwerfen wenn auch der Staat seine Angestellten nicht selbst bezahlt. Niemand würde doch deswegen gleich auf die Idee kommen allen deutschen Beamten und Angestellten im öffentlichen Dienst Bestechlichkeit vorzuwerfen und irgendwer muss doch die vielen, fleißigen Staatsdiener bezahlen.

Zumal es auch wirklich völlig überzogen ist wegen einiger anlassunabhängiger Wahlkampfspenden direkt böse Worte wie “Korruption” oder “Bestechlichkeit” in den Mund zu nehmen. Wir sollten statt dessen lieber auf die vielen Erfolge der neuen Koalition hinweisen. Auch ist es einfach nur bösartig zu behaupten das die Verpflichtung von Christian Weber – einen der führenden Lobbyisten Experten für (private) Krankenkassen – etwas mit der Nähe zur privaten Versicherungswirtschaft zu tun hat. Die FDP war schon immer die Partei des kleinen Mannes – solange er das nötige Kleingeld hat. Schließlich kann ja jeder FDP Mitglied werden und so von den günstigen FDP-Tarifen profitieren! Hier sind kleine Männer sogar deutlich im Vorteil (weniger zu versichern).

Auch sollte der Fokus auf andere Aspekte der FDP gelegt werden. So handelt es sich doch schließlich um Deutschlands freieste und liberalste Partei die es jemals gab. So kann jeder einzelne ob nun Vorstand bei VW oder nur pobliger Klavierspieler die Richtung der FDP beeinflussen in dem er aktiv am politischen Gestaltungsprozess mitwirkt.

Die FDP kümmert sich als einzige Partei wirklich um die Probleme der Menschen in Deutschland. Man sollte so zum Beispiel auch die Rolle der Koalition beim SWIFT Abkommen nicht übersehen das die FDP immerhin scharf Kritisiert hat!

Im Angesicht dieser vielen Verdienste möchte ich meiner Verantwortung als meinungsmachender Blogger gerecht werden und mich von möglichen FDP-/Regierungskritischen Deutungsmöglichkeiten meiner bisherigen Beiträge distanzieren und künftig die Arbeit der aktuellen Regierung objektiver betrachten und mich außerdem in Zukunft auch vermehrt anderen Themen widmen. Ich hoffe, das auch andere Blogger ihre Haltung überdenken und mir auf diesem Wege folgen werden.

in eigener Sache:

Der für heute geplante Beitrag: “Bild mir Deine Meinung! – Korruption und Käuflichkeit in der Bloggerszene”, muss aus redaktionellen Gründen leider auf unbestimmte Zeit verschoben werden. – Ich bitte hierfür um Ihr Verständnis.

Die schwarze Aktentasche

… ist eine bloße Fortsetzung der Politik mit finanziellen Mitteln. (frei nach Carl von Clausewitz – Vom Kriege I (I, 24)

Auf diesen Satz besinnen sich der weltgewandte Politiker doch immer wieder gern. Besonders die Politiker aus einem ganz bestimmten Lager scheinen sich hieran besonders gerne erinnern zu lassen. Das die anderen Parteien dagegen in der Position sind sich darüber aufzuregen mag an höheren moralischen Maßstäben liegen – oder … ich sag mal: Gelegenheit macht Diebe – keine Gelegenheit macht brave Bürger.

Aber diese Möglichkeiten stehen natürlich nicht nur wohlhabenden Hoteliers zur Verfügung. Nein, immer mehr Bürger und Organisationen bedienen sich jetzt solcher Mittel. Womöglich haben sich FDP und CDU diesmal endgültig als Trendsetter erwiesen und den Politiktrend des noch jungen Jahrzehnts getroffen.

Doch wäre Guido nicht Guido “schmiermich” Westerwelle wenn er nun nicht den massiven Einsatz des Schmiergeldes als ultimatives Mittel der Politik forcieren würde. So besinnt er sich, während andere noch über die Mehrwertsteuer im horizontalen Gewerbe Hotelgewerbe tratschen, auf das eigentliche Thema der Clauswitzschen Werke. Denn das Buch heißt schließlich “Vom Kriege” nicht “Vom Übernachten” und schon mal gar nicht “von und zu Guttenberg”. So stürzt er sich – im Gebiet des Letzteren wildernd – in ein Flugzeug nach Afghanistan. Hier sucht und findet der Außenminister neue Möglichkeiten die Taliban zu bekämpfen und besinnt sich an Clausewitz’ Erklärung Nr. 2 zur Natur der Aktentasche:

Die schwarze Aktentasche ist also ein Akt der Geldübergabe, um den Gegner zur Erfüllung unseres Willens zu zwingen. (frei nach Vom Kriege I (I, 2))

Und schon ist das “neueste” Konzept zur Bekämpfung der Aufständischen gebohren. Denn wen man nicht besiegen kann, den sollte man umarmen kaufen (Urheber unbekannt, evtl. von Blücher). Hierbei ist es egal ob man die Mittel in Form von schwarzen Aktentaschen (möglicherweise, kulturell bedingt, am Hindukusch unbekannt), Bargeld oder Travelers Cheques (werden ja bekanntlich überall akzeptiert) übergibt. Denn

“sie können alle als politische Handlungen betrachtet werden.” (Vom Kriege I (I, 26)

So geht die FDP mal wieder mit gutem Beispiel vorran und neue Wege. Denn ähnlich wie der Krieg in Afghanistan war auch der Kampf der Millionäre um Steuerleichterungen lange Zeit Ergebnis- und Aussichtslos bis – ja bis – man zu den richtigen (finanziellen) Mitteln griff. Da im Krieg und in der Liebe ja bekanntlich alle Finanzmittel erlaubt sind ist es nur natürlich diese auch endlich einzusetzen. Zumal es ja immer heißt das Deutschland nicht genug auf die Afghanen und die örtlichen Gepflogenheiten ein geht. Endlich haben wir also einen Außenminister der die Probleme mit Weitsicht und dem nötigen Fingerspitzengefühl für die örtlichen Befindlichkeiten angeht und gleichzeitig auf die Klassiker deutscher Politik und Kriegsführung zurückgreift. Ist der Taliban erstmal für unsere Zwecke gekauft kann man ihn zur Erfüllung der eigenen Ziele nutzen (in dem man z.B. die Mehrwertsteuer für die örtlichen Hotels senkt) und somit

“… tritt der politische Zweck wieder hervor.” (Vom Kriege I (I, 11))

Folgen dieser Ansicht für das Verständnis der Politikgeschichte und für die Grundlagen der Theorie: (frei nach Vom Kriege I (I, 27))

Alle diese Weisheiten stammen nur aus dem ersten Kapitel des ersten Bandes des epochalen Clausewitzschen Meisterwerkes und so können wir gespannt sein welche neuen, alten Erkenntnisse und Weisheiten aus den alten Schriften die FDP und vor allem unser Außenguido noch auf den Weg bringen werden um uns in die Politik des 21. Jahrunderts zu führen.

Im Anfang war das Geld,

und das Geld war bei der Politik, und die Politik war das Geld.

Nur der kleine Blogger von nebenan geht wie immer leer aus! Was eine der ganz großen Ungerechtigkeiten des Lebens ist. Denn was bitte unterscheidet den Blogger schon vom Politiker? Beide regen sich künstlich auf, verbreiten heiße Luft ohne wirklich etwas zu unternehmen und versuchen den Massen vorzugaukeln das sie ihre Probleme auch nur die Bohne interessieren würden.

Doch was soll man machen?

Man kann natürlich, wie die großen Qualitätsverlage, seine Leser als geizige Nulltarif-Kommunisten beschimpfen und Gebühren verlangen. Denn schließlich will der Wahrsager an der Ecke auch bezahlt werden und der Internetzugang um auf Wikipedia die Hintergründe zu recherchieren kostet ebenfalls Geld. Doch zu solch kleingeistigen Methoden würde ich mich natürlich nicht hinreißen lassen.

Meine Leser müssen sich nicht beschimpfen lassen – Sie dürfen einfach so bezahlen!

Jeder einzelne ist gefragt. Ich biete hier schließlich nicht nur zweitklassige Berichte über den wöchentlichen Flohmarkt auf dem Obi-Parkplatz, sondern präsentiere die Weisheiten und Wahrheiten die auch Ihre Leben für immer verändern und bereichern werden. Dafür sollte eine kleine, monatliche Spende nicht zu viel verlangt sein. 10-15% vom Brutogeeinkommen sind völlig ausreichend! Ich will ja niemanden ausnehmen. In Kürze wird daher ein einfaches und schnelles Bezahlsystem für diese Seite installiert mit dem sie beim lesen jedes Artikels noch fix etwas Geld an mich überweisen können.

Es handelt sich hierbei selbstredend nur um eine Übergangslösung. Schon bald werden monatliche Rechnungen mit der Post verschickt. Das geht schnell und unkompliziert, und das Beste: Sie müssen sich dafür nicht mal registrieren! Die Rechnungen ergehen an alle Haushalte mit Internetanschluss – denn jeder Internetnutzer hat die Möglichkeit sich auf dieser Seite wertvolle Tips für das Leben zu holen. Für das Eintreiben der Zahlungen wird noch ein erfahrener Partner gesucht – allerdings sind die Verhandlungen mit der GEZ bereits weit gediehen.

Another one writes in disgust.

(frei nach Queen)

Also hier bin ich! Der Nächste der auf den Zug der Blogs aufspringt.

Die Frage nach dem “Wieso?” ist hier natürlich berechtigt und wird sogar auf einer extra Seite gewürdigt – um nachträgliche Änderungen der ursprünglichen Intentionen zu vereinfachen.

Allein die Wahrheit ist eine Andere! Denn so wie FDP, CDU und Co behaupten zum Wohle des Wahlvolkes zu regieren, statt für die zahlende Kundschaft, so stecken auch bei mir tiefer greifende Gründe dahinter: hemmungslose Profilierungssucht und Geltungsbedürfnis. Diese gilt es jetzt auch digital zu verbreiten und zu zelebrieren. Denn auf Dauer war es für mich ganz einfach nicht erträglich in den Kommentarspalten der anderen Blogs (als praktisch Einziger) keinen Link unter dem Namen zu haben! So schimmerte oft tristes schwarz über den wahren Weisheiten des Lebens während banale “Kommentare” mit einem herzlichen (meist) blau geschmückt worden.

Da diese Situation nicht mehr länger hin zu nehmen war, beschloss ich meinen Geist auf der bedrückenden Enge der Kommentarspalten zu befreien und ihn statt dessen gesammelt und gebündelt auf den geneigten Leser loszulassen.

Wohin diese Reise geht ist bisher noch ungewiss, das muss die Zukunft zeigen.

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